Straßenkatzen

Straßenkatzen

Auch wenn sie selten gesehen werden: In Deutschland leben rund zwei Millionen Straßenkatzen auf verwilderten Grundstücken, Friedhöfen oder Industriebrachen. Das bedeutet erhebliches Tierleid durch Hunger, unbehandelte Verletzungen und Krankheiten, wie Katzenseuche und –schnupfen bis hin zum Tod. Straßenkatzen werden häufig nicht alt, wenn sie nicht schon als Kitten versterben. Gerade bei Jungtieren sind die Sterblichkeitsraten hoch.

Gleichzeitig kommt es bei den Straßenkatzen zu einer ständigen Vermehrung. Eine unkastrierte Katze hat im Jahr zwei Würfe mit jeweils 3-6 oder sogar mehr Kitten. So können nach 10 Jahren aus einer Katze über 200 Millionen Katzen entstehen.

Dieses unkontrollierte Wachstum vergrößert das Elend der Einzeltiere, weil sie noch stärker um die vorhandenen Ressourcen wie Revier oder Nahrung kämpfen müssen. Auch führt es speziell bei der weiblichen Katze zu einer ungeheuren zusätzlichen Belastung, wenn sie ständig Junge wirft. In der Trächtigkeit und beim Säugen ist der Energiebedarf deutlich erhöht. Bei einem schlechten Ernährungs- und Gesundheitszustand ist die Gefahr groß, dass sie zu wenig Milch hat, die Welpen zu schwach sind und sterben.

Die Bundesregierung selbst hat 2016 Stellung zur Situation der Straßenkatzen genommen und erklärt, dass diese Tiere hilfsbedürftig sind: „Anders als bei Wildtieren handelt es sich um Tiere einer domestizierten Art, die nicht an ein Leben ohne menschliche Unterstützung angepasst sind. Ohne menschliche Obhut und Versorgung erfahren die Katzen häufig Schmerzen, Leiden oder Schäden in teilweise erheblichem Ausmaß“ (Drucksache 18/7782; Seite 3).

Tierheime: Hilfe für Straßenkatzen

Straßenkatzen sind keine Wildkatzen. Sie alle gehen ursprünglich auf domestizierte Katzen aus Privathaushalten zurück, die nicht kastriert wurden. Und genau diese nicht kastrierten Freigängerkatzen fördern das Leid auch heute noch, da sie maßgeblich zur Vermehrung der frei lebenden Straßenkatzenpopulationen beitragen.

Um den Straßenkatzen zu helfen und das Elend zu verringern, richten viele Tierheime Futterstellen für die scheuen Tiere ein, führen Kastrationsaktionen durch und werben für eine überfällige bundeseinheitliche Regelung zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung. Denn nur so kann die ständige Vermehrung gestoppt werden. Einfangen und vermitteln können die Tierheime diese Katzen nicht, da sie nach ihrer Jugend auf der Straße nicht auf den Menschen sozialisiert sind.

Unsere Forderungen

Wir fordern den sofortigen und umfassenden Schutz von Heimtieren durch Einführung einer Heimtierschutzverordnung, die sowohl einen Sachkundenachweis für Tierhalter als auch eine bundesweite Kastrationspflicht für alle Katzen mit Freigang und eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen umfasst.

Die Tierschutzvereine und Tierheime sind das Rückgrat des praktischen Tierschutzes in Deutschland. Durch unermüdliches ehrenamtliches Engagement stellen die Tierschützer bundesweit sicher, dass das Staatsziel Tierschutz im Grundgesetz durch die Gesellschaft gelebt wird. Dabei übernehmen sie auch Aufgaben der öffentlichen Hand, oft ohne die gebotene angemessene Vergütung durch Kommune, Kreis oder Land. Dieses bürgerschaftliche Engagement wurde durch die Corona-Pandemie zusätzlich massiv erschwert.

Wir fordern daher ein Bekenntnis zur wichtigen Arbeit der Tierschützer in den Tierschutzvereinen und Tierheimen sowie die dringend nötige finanzielle Unterstützung bei der Erfüllung des Staatszieles Tierschutz unseres Grundgesetzes.


Unsere gesamten Forderungen an die Politik findest Du hier.