Unsere tierschutzpolitischen Forderungen 

Top 5

  • Tierheime besser finanziell unterstützen und Ehrenamt wertschätzen
  • Tiere in der Landwirtschaft besser schützen
  • Illegalen Welpenhandel bekämpfen und Heimtierschutzverordnung einführen
  • Tierversuche durch Alternativmethoden ersetzen
  • Tierschutz endlich einen höheren politischen Stellenwert verleihen

Für alle die es genauer interessiert, hier unsere detaillierten Forderungen:

Verbesserung der finanziellen Lage von Tierheimen und Wertschätzung des Ehrenamtes 

Die Tierschutzvereine und Tierheime sind das Rückgrat des praktischen Tierschutzes in Deutschland. Durch unermüdliches ehrenamtliches Engagement stellen die Tierschützer bundesweit sicher, dass das Staatsziel Tierschutz im Grundgesetz durch die Gesellschaft gelebt wird. Dabei übernehmen sie auch Aufgaben der öffentlichen Hand, oft ohne die gebotene angemessene Vergütung durch Kommune, Kreis oder Land. Dieses bürgerschaftliche Engagement wurde durch die Corona-Pandemie zusätzlich massiv erschwert.

Wir fordern daher ein Bekenntnis zur wichtigen Arbeit der Tierschützer in den Tierschutzvereinen und Tierheimen sowie die dringend nötige finanzielle Unterstützung bei der Erfüllung des Staatszieles Tierschutz unseres Grundgesetzes.

Des Weiteren fordern wir:

  • Einsetzung eines Rettungsschirms des Bundes zum Ausgleich der pandemiebedingten Einnahmeausfälle sowie der Beseitigung des Investitionsstaus der Tierheime durch die sie tragenden Tierschutzvereine in Höhe von 60 Millionen Euro
  • Unterstützung der Kommunen seitens des Bundes die Unterbringung von Fundtieren sowie durch die Behörde beschlagnahmte Tiere in Tierheimen kostendeckend zu erstatten
  • Systemrelevanz anerkennen
  • Einführung der Verbandsklage auf Bundesebene für seriöse Tierschutzvereine

 

Mehr Schutz für Tiere in der Landwirtschaft

Die landwirtschaftliche Tierproduktion steht seit Jahren kritisch im Fokus der Öffentlichkeit und verliert zunehmend und weiter an gesellschaftlicher Akzeptanz. Der Fleischverzehr ist in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren stetig gesunken. Seitens der Politik wurden wiederholt Initiativen, zum Beispiel das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung, gestartet, um die Haltung und den Umgang mit so genannten „Nutz“tieren zu verbessern. Grundlegende Verbesserungen im Tierschutz und im System Landwirtschaft blieben aber bis dato aus. In Anbetracht dessen sind aus tierschutzpolitischer Sicht im Sinne einer umfassenden Strategie dringend Maßnahmen geboten, um den Umgang mit den landwirtschaftlich gehaltenen Tieren unverzüglich deutlich zu verbessern und den Ausstieg aus der Haltung von Tieren zur Gewinnung von Lebensmitteln einzuleiten.

Wir fordern daher:

  • Den sofortigen umfassenden Umbau des Agrarsektors auf Basis der Empfehlungen der Borchert-Kommission hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, dabei insbesondere hervorzuheben, zu konkretisieren bzw. zu ergänzen:
    • Umgehende Verbesserung des Ordnungsrechts in Bezug auf Tierschutz sowie die Erweiterung auf fehlende Tierarten hinsichtlich Haltung, Transport und Schlachtung sowie dessen adäquate Kontrolle und Vollzug (u.a. sofortiger Baustopp tierwidriger Haltungssysteme, bspw. Warmställe, Verbot nicht-kurativer Eingriffe, Abkehr von Hochleistungszucht)
    • Verbot von langen Tiertransporten (> 8 Stunden), im Besonderen Verbot von Lebendtiertransporten in Drittstaaten
    • Ausweitung der Kontrolle tierschutzrechtlicher Vorschriften
    • Aufbringung von Finanzmitteln zur Transformation der landwirtschaftlichen Tierhaltung und gezielte Förderung hoher Tierschutzstandards
    • Einführung einer verpflichtenden Tierwohlkennzeichnung auf nationaler Ebene
  • Ein gesetzliches Verbot für das Anbieten tierischer Produkte als Billigware
  • Dezentralisierung der Landwirtschaft (Aufzucht,  Haltung, Schlachtung) zur Vermeidung von Tiertransporten
  • Drängen auf die sofortige Einführung einer ambitionierten verpflichtenden Tierwohlkennzeichnung auch auf EU-Ebene
  • Die verstärkte Förderung einer pflanzlichen Ernährungsweise
  • Aberkennung wirtschaftlicher Gründe als „vernünftiger Grund“ im Sinne des §1 des Tierschutzgesetzes

Mehr Schutz für Heimtiere

Heimtiere und insbesondere auch Tierheimtiere bedürfen eines umfassenderen Schutzes, um den damit einhergehenden Problemen wie z.B. dem illegalen Tierhandel, Animal Hoarding und Qualzucht Einhalt zu gebieten.

Wir fordern daher den sofortigen und umfassenden Schutz von Heimtieren durch Einführung einer Heimtierschutzverordnung, die sowohl einen Sachkundenachweis für Tierhalter als auch eine bundesweite Kastrationspflicht für alle Katzen mit Freigang und eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen umfasst.

Des Weiteren fordern wir:

  • Konkretisierung des bestehenden Qualzuchtverbotes nach § 11 b Tierschutzgesetz für eine bessere Umsetzbarkeit
  • Eindämmung des illegalen Tierhandels: Sofortiges Verbot des Handels mit lebenden  Tieren im Internet mit Ausnahme der Präsentation von Tierheimtieren im Internet auf seriösen Webseiten z.B. eigener Homepage des Tierheimes, die vor Ort kennengelernt und vermittelt werden (gilt auch für Wildtiere)
  • Vermehrte Kontrollen und härtere Strafen für illegale Tierhändler
  • Aufklärung der Bevölkerung im Bezug auf Tierschutzaspekte u.a. im Heimtierbereich

 

Alternativen zu Tierversuchen

Immer noch leiden und sterben jedes Jahr Millionen Tiere in Tierversuchslaboren. Eine Gesamtstrategie für einen Ausstieg aus Tierversuchen ist dringend nötig.

Wir fordern den Ausstieg aus sämtlichen Tierversuchen.

Bis zu einem solchen Komplettausstieg sind mindestens umzusetzen:

  • Massive Ausweitung der Förderung von Alternativmethoden zu Tierversuchen
  • Sofortiges Verbot von schwerbelastenden Tierversuchen und Versuchen an Primaten
  • Formulierung einer Ausstiegsstrategie zur schrittweisen Beendigung aller Tierversuche
  • Vollständige Umsetzung der Vorgaben der EU-Tierversuchsrichtlinie in deutsches Recht

Arten schützen

Der Schutz wildlebender Arten und der Erhalt von Ökosystemen ist ein wichtiger Faktor zur Eindämmung des Artensterbens und der Vorbeugung von Zoonosen. Jeglicher Handel mit Wildtieren ist strengstens zu regulieren, eine Entnahme von Wildtieren aus der Natur ist grundsätzlich zu untersagen.

Des Weiteren muss bei der Haltung von Wildtieren immer eine artgerechte Haltungsweise ermöglicht werden. In vielen Fällen, z.B. in Privathaushalten, ist dies nicht leistbar, weshalb strengere gesetzliche Vorgaben benötigt werden, um die Tiere zu schützen. Zudem fordern wir ein sofortiges Wildtierverbot in Zirkussen und ein entsprechendes sofortiges Nachstellverbot für alle Wildtiere in Zirkussen.

Des Weiteren fordern wir:

  • Die Einführung einer Positivliste für die Privathaltung
  • Ein generelles Verbot von Pelztierfarmen (EU-weit) sowie ein Importverbot von Pelzprodukten
  • Eine sofortige und umfassende Überarbeitung des Bundesjagdgesetzes
    • Verankerung des „vernünftigen Grundes“ als Vorgabe zur Tötung von Tieren in der Jagdgesetzgebung
    • Verbot tierschutzwidriger Jagdmethoden und Kürzung der Liste jagdbarer Tierarten
  • Ein sofortiges Verbot der Lebendhälterung von Krustentieren und Fischen in Geschäften und Restaurants und Lebendabgabe von Krustentieren an Endverbraucher

 

Politischen Tierschutz ressortübergreifend koordinieren

Seitens der Bundesregierung wird derzeit der komplette Bereich Tierschutz durch eine Abteilung im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) verwaltet. Der Deutsche Tierschutzbund hält es aufgrund der Bedeutung des Tierschutzes als Staatsziel, in seiner Eigenschaft als Querschnittsaufgabe verschiedener Ressorts und angesichts der gesellschaftlichen Debatten zum Tierwohl und zur Bewältigung der Klimakrise für dringend notwendig, den politischen Tierschutz ressortübergreifend zu koordinieren.

  • Schaffung einer Stabstelle für Tierschutz im Bundeskanzleramt sowie Schaffung der Stelle eines Bundestierschutzbeauftragten (angesiedelt im Bundeskanzleramt im Rang eines Staatssekretärs)
  • Überprüfung aller Gesetze und Verordnungen mit Bezug zu Tieren auf Vereinbarkeit mit dem Staatsziel Tierschutz in Art. 20a GG
  • Einführung der Verbandsklage auf Bundesebene für seriöse Tierschutzvereine